Stimmen zum Spiel gegen die Schweiz

Foto: Uwe Serreck

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Im ersten Länderspiel nach Rang vier bei der Heim-WM gab es für die auf sieben Positionen veränderte deutsche Mannschaft eine 27:29-Niederlage in Düsseldorf gegen die Schweiz. Dabei standen vor allem vier Debütanten im Fokus.

Bundestrainer Christian Prokop und die Nationalspieler bewerten die Partie kritisch, sahen aber auch positive Ansätze – die Stimmen zum Spiel:

Bundestrainer Christian Prokop: Das war ein interessantes und aufschlussreiches Spiel gegen einen starken Gegner. Die Schweiz hat eine tolle Entwicklung genommen und spielt gerade im Angriff sehr strukturiert. Der Empfang der Fans in der vollen Halle brachte gleich das WM-Feeling zurück, dafür vielen Dank an die Zuschauer. Leider konnten wir ihnen nicht mit einem Sieg zurückzahlen.

Wir hatten viele Veränderungen im Kader und haben jedem Spielanteile gegeben. Mit der Abwehr und Torwart Andy Wolff war ich vor der Pause zufrieden, unser Problem war, dass wir schon zu diesem Zeitpunkt unsere Chancen nicht konsequent genug genutzt haben. Wir haben uns häufig selbst das Leben schwer gemacht. Nach der Pause geben wir schnell den Vorsprung aus der Hand, zeigen dann phasenweise wieder ein ganz starkes Tempospiel, sind dann aber nicht clever genug und haben nicht genug Durchschlagskraft aus dem Rückraum, um das Spiel zu gewinnen. Wir hatten uns mehr ausgerechnet, deswegen sind wir jetzt enttäuscht.

Fabian Böhm: Es war eine Riesensache für mich, die deutsche Mannschaft erstmals als Kapitän aufs Feld führen zu dürfen. Christian Prokop hatte mich ausgewählt, weil ich der älteste Spieler im Kader war. Im Spiel hat man gemerkt, dass alle derzeit durch die Liga voll belastet sind, wir waren nicht so frisch wie sonst. Das war dann insgesamt zu wenig, um zu gewinnen. Trotz der Niederlage hat dieses Spiel in dieser tollen Halle mit der tollen Unterstützung der Fans sehr viel Spaß gemacht.

Sebastian Heymann: Es war für mich eine tolle Erfahrung, zum ersten Mal beim Nationalteam dabei zu sein, aber natürlich hätte ich mein erstes Länderspiel auch lieber gewonnen. Es war toll, dass ich so schnell aus der U21 zu den Männern kam, aber ich habe noch einen weiten Weg vor mir.

Johannes Golla: Das erste Länderspiel war natürlich etwas Besonderes, aber schade, dass wir verloren haben. Ich habe mein erstes Länderspieltor erzielt, habe meine Einsatzzeiten bekommen, wie meine Leistung war, sollen andere beurteilen. Bei so einer Atmosphäre in einer ausverkauften Halle kann man sich gut vorstellen, wie es bei der WM war.

Timo Kastening (s. Foto): Es war eine tolle Lehrgangswoche mit tollen Erfahrungen, aber für mein erstes Länderspiel hatte ich mir persönlich eine bessere Leistung erhofft. Wenn man gegen die Schweiz verliert, kann man nicht zufrieden sein, wir wollten ein anderes Spiel abliefern.

Christopher Rudeck: Wenn man verliert, kann man nicht zufrieden sein. Ich hätte mir in meinem ersten Länderspiel gewünscht, noch den einen oder anderen freien Ball zu halten. Insgesamt war der erste Lehrgang mit dem Nationalteam aber sehr spannend für mich.

Michael Suter, Schweizer Nationaltrainer: Danke an den DHB, dass wir vor einer tollen Kulisse spielen durften. Wir wollten ein guter Gast sein, aber dass wir gegen Deutschland vor 11.000 Zuschauern gewinnen, war nicht unbedingt zu erwarten. Wir werden das Spiel nicht überbewerten. In einem Monat sind die für uns wichtigen Spiele gegen Belgien, wir haben die große Chance, erstmals seit 2006 wieder bei einem Großereignis dabei zu sein, das ist unser Ziel. In den zweiten 15 Minuten und nach der 40. Minute haben wir richtig gut gespielt. Als das Spiel nach der Pause auf der Kippe stand, haben wir kühlen Kopf bewahrt und haben uns zurückgekämpft.