Löwen feiern Sieg in Veszprém

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Mit einer Klasse-Leistung in einem am Ende dramatischen Spiel haben sich die Rhein-Neckar Löwen den ersten Auswärtssieg in der VELUX EHF Champions League 2018/19 verdient. Beim ungarischen Top-Klub und Titelaspiranten Telekom Veszprém gewannen die Badener 29:28 (15:13).

Beste Werfer waren Andy Schmid, Bogdan Radivojevic und Jannik Kohlbacher mit je sechs Treffern. Den Ausschlag für den ersten Löwen-Sieg in der „Hölle von Veszprém“ gaben eine Steigerung in der Abwehr in der letzten Viertelstunde und ein am Ende nervenstarker Andy Schmid, der im Sieben-gegen-Sechs die richtigen Entscheidungen traf.

Durch den Sieg verbesserten die Löwen ihre Chancen auf eine gute Platzierung in Gruppe A deutlich. Coach Nikolaj Jacobsen sagte bei der Pressekonferenz, er habe eine Partie auf hohem Niveau gesehen und freue sich sehr über den Erfolg. "Wir sind ruhig geblieben, haben uns in der Abwehr verbessert und Appelgren hat ein paar wichtige Paraden gehabt. Auch das Sieben-gegen-Sechs hat gut funktioniert", zählte der Däne die Gründe auf, die aus seiner Sicht ausschlaggebend waren für den so wichtigen Punkte-Doppelpack. Durch den Sieg haben die Löwen nun 8:4-Punkte, Veszprém steht bei 6:6-Zählern.

Den besseren Start auf dem Feld erwischen die Ungarn. Borut Mackovsek schießt über halblinks die ersten beiden Tore des Spiels, Kohlbacher antwortet mit dem 2:1 (3.). Die Löwen, mit Taleski, Lipovina, Radivojevic und Tollbring in der ersten Sieben, brauchen in der Abwehr einige Anlaufzeit, um sich gegen den wurfgewaltigen Rückraum Veszpréms zu behaupten. So treffen die Roten zunächst fast nach Belieben. Mahé mit zwei Schlagwürfen zum 3:2 und 6:4 setzt die nächsten Ausrufezeichen. Dann aber zeigen auch die Löwen Zähne. Taleski krallt sich einen Veszprém-Ball und bereitet das 6:5 durch Kohlbacher vor. Das fünfte Löwen-Tor ist gleichbedeutend mit dem fünften Treffer des Kreisläufers. Im Duett mit Andy Schmid ist der Kreisläufer zunächst gar nicht zu fassen. Gut, dass sich dann auch Vladan Lipovina einschaltet. Seine ersten beiden Fackeln schlagen zum 7:6 (14.) und 9:8 (20.) ein. Kurz danach schafft Schmid beim 9:9 den zweiten Ausgleich nach dem 4:4.

Jetzt haben die Löwen Lust auf mehr. Auch wenn die Ungarn erst noch einmal auf 11:9 davonziehen, sind jetzt die Badener am Drücker. Hinten machen Ilija Abutovic und Gedeón Guardiola das Zentrum dicht, verschiebt auch der Rest der Abwehr immer besser. Vorne hämmert Lipovina weiter, dazu kommen starke Aktionen von Schmid und vom eingewechselten Mensah. Weil jetzt auch Andreas Palicka seine beste Phase hat, setzen sich die Löwen Stück für Stück ab. Nach der ersten Führung durch Schmid (11:12, 26.) steht es bis zur Pause 12:15, die Drei-Tore-Führung für die Gelben ist durchaus verdient. Veszprém findet gegen das variable Angriffsspiel kein Mittel mehr und lässt im eigenen Angriff die paar entscheidenden Prozentpunkte an Präzision vermissen. So sieht es zur Halbzeitpause richtig gut aus für die Männer von Nikolaj Jacobsen.

Das ändert sich direkt nach dem Seitenwechsel radikal. Mit einem 5:0-Lauf wuchtet Veszprém das Momentum zurück auf seine Seite. Viel zu schlecht vorbereitet sind die Würfe der Löwen in dieser Phase. Als Petar Nenadic zum 15:15 ausgleicht, nimmt ein wütender Jacobsen seine zweite Auszeit. Geduld fordert der Löwen-Coach, und dass seine Jungs wieder mit Kopf spielen. Leider klappt das zunächst nur sehr beschränkt. Veszprém markiert durch den mehr und mehr aufdrehenden Jamali das 16:15, legt das 17:15 durch Nenadic nach. Nach 35 Minuten ist das Spiel ein zweites Mal gekippt, dieses Mal zugunsten der Gastgeber. Dass Bogdan Radivojevic genau jetzt wieder Präsenz zeigt und seine Treffer zwei und drei zum 17:17 erzielt, kommt gerade recht. Jacobsen will die Blockade in der Offensive lösen, bringt den siebten Feldspieler. Die Passivität in der Abwehr kann dies natürlich nicht beheben. Wieder Jamali trifft zum 20:18.

Der entscheidende Faktor wird nun der Tick erhöhte Aggressivität, mit der die Löwen ab der 45. Minute zu Werke gehen – und die Fehler, die sich die Ungarn plötzlich leisten. Jesper Nielsen erbeutet zusammen mit Alex Petersson den Ball, Abutovic legt den nächsten Steal nach. Radivojevic macht das 24:24 (50.). Die letzten zehn Minuten nimmt das Drama seinen Lauf. In diesem spielt nun auch Mikael Appelgren seine Rolle. Für den glücklosen Palicka gekommen, hält „Apfel“ nun nicht viele, aber die entscheidenden Bälle. Auf der anderen Seite zeigt Andy Schmid, was die Löwen an ihm haben. Er stellt die erste Löwen-Führung seit dem 14:15 her, trifft aus dem Stand zum 25:26, legt einen Traumpass auf Nielsen zum 25:27 nach. Mensahs Keule zum 25:28 hätte die Entscheidung sein können. Doch nun wehrt sich auch Veszprém nochmal richtig. Nagy und Strlek verkürzen auf 27:28, Appelgren rettet die Führung mit einer Parade gegen einen Wurf aufs leere Tor. Dann trifft Andy Schmid die Entscheidung, er trifft, es steht 27:29, weniger als eine Minute vor dem Ende. Veszprém verkürzt noch einmal, aber es reicht nicht mehr. Jubeln dürfen an diesem Samstagabend in Ungarn die Rhein-Neckar Löwen.

KC Telekom Veszprém – Rhein-Neckar Löwen 28:29 (12:15)

Veszprém: Sterbik, Mikler – Manaskov (1), Ilic, Tönnesen, Gajic (4/3), Nilsson (1), Nagy (2), Strlek (3), Terzic, Blagotinsek, Nenadic (4), Mahé (5), Jamali (4), Mackovsek (4), Lekai

Löwen: Palicka, Appelgren – Schmid (6/2), Lipovina (4), Sigurdsson, Radivojevic (6), Tollbring (1), Abutovic, Mensah (4), Fäth, Groetzki, Taleski (1), Guardiola, Petersson, Nielsen (1), Kohlbacher (6)

Trainer: David Davis – Nikolaj Jacobsen

Schiedsrichter: Michal Badura / Jaroslav Ondogrecula (Slowakei)

Zeitstrafen: Terzic (2)

Siebenmeter: 3/3 – 2/2

Spielfilm: 1:0, 2:0, 2:1, 3:2, 8:6, 9:7, 9:9, 11:11, 12:12, 12:15 (HZ), 17:15, 17:17, 20:18, 22:20, 22:22, 24:22, 24:24, 25:25, 25:28, 27:28, 27:28, 28:29 (EN)

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Ergebnisdienst Pokal

21.11.2018 18:30
EHF Champions League, 09.Spieltag
  
Dinamo Bucuresti - Cocks 0 : 0
21.11.2018 19:00
EHF Champions League, 09.Spieltag
  
Rhein-Neckar Löwen I - Telekom Veszprém 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 20.11.2018 09:36:53
Legende: ungespielt laufend gespielt