THW sichert sich 16. Final-Four-Teilnahme

Foto: Lächler

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Der THW Kiel hat zum 16. Mal das "REWE Final Four" im DHB-Pokal erreicht. Im vorgezogenen Viertelfinal-Spiel besiegten die "Zebras" am Dienstagabend vor 6.404 Zuschauern die MT Melsungen deutlich mit 31:19 (19:8).

Überschattet wurde die Begegnung von der schweren Verletzung von Melsungens Domagoj Pavlovic in der ersten Spielminute. Der Kroate wurde nach gut 20-minütiger Behandlung auf dem Feld mit Verdacht auf eine Sprunggelenksfraktur in eine Kieler Klinik gebracht. Nach diesem Schockmoment für beide Teams sorgten die "Zebras" mit starken Torhütern, einer guten Defensive und dem auftrumpfenden Schweden-Duo aus Niclas Ekberg (7/1 Tore) und Lukas Nilsson (5 Tore in der ersten Viertelstunde) für eine schnelle Entscheidung.

Die Partie, auf die sich die stimmungsvollen Fans und die Spieler beider Mannschaften so sehr gefreut hatten, nahm bereits nach 31 Sekunden eine traurige Wendung: Nach einer normalen Spielsituation kam Pavlovic unglücklich auf. Sein Zimmerkollege bei der kroatischen Nationalmannschaft, THW-Kapitän Domagoj Duvnjak, blickte auf den am Boden liegenden Melsunger Rückraumspieler und schlug sofort vor Entsetzen die Hände vors Gesicht. Die THW-Mannschaftsärzte und Sanitäter eilten auf das Feld, während die Sparkassen-Arena still wurde. Gut 20 Minuten wurde Pavlovic auf dem Feld behandelt, ehe er mit einer Trage unter den stehenden Ovationen der Kieler Fans aus der Arena und dann mit Verdacht auf eine Sprunggelenksfraktur in eine Kieler Klinik gebracht wurde. Die Schiedsrichter gewährten beiden Teams nach der langen Unterbrechung eine fünfminütige zusätzliche Aufwärmphase, ehe die Begegnung fortgesetzt wurde.

Tobias Reichmann erzielte wenig später das erste Tor für die Gäste - es sollte die einzige Führung für Melsungen bleiben, weil die Zebras schneller als ihre Kontrahenten die Konzentration wiederfanden. Hinter einer extrem sicheren 6-0-Abwehr der Kieler zeigte Niklas Landin von Beginn an eine starke Leistung, und vorn wirbelten Lukas Nilsson und Niclas Ekberg die gegnerische Abwehr durcheinander. Fünf Treffer erzielten die beiden Schweden in Folge, ehe sich als nächstes Zebra Steffen Weinhold nach sieben Minuten in die Torschützenliste eintrug. Da war der THW Kiel bereits auf 6:2 enteilt, und MT-Trainer Heiko Grimm versuchte mit einer Auszeit, seine Reihen neu zu ordnen. Doch mit mäßigem Erfolg: Einzig Tobias Reichmann, der fünf Mal vor dem Wechsel traf, konnte aus Kieler Fehlern Kapital schlagen. Doch diese waren an diesem Abend nicht häufig - vielmehr glänzte der THW neben der sattelfesten Abwehr auch mit einem variablen Angriff, in dem Weinholds Schlagwurf genau so gut getimt war wie Nilssons Treffer Nummer vier und fünf oder der Zuckerpass von Nilsson auf den an den Kreis eingelaufenen Ekberg. Mittendrin mischte auch Niklas Landin mit: 13 Bälle parierte er bis zur Pause, darunter mehrfach gegen die frei vor ihm auftauchenden Maric, Reichmann, Birkefeldt und Mikkelsen. So zogen die Zebras von 10:6 auf 13:6 davon, kassierten sieben Minuten lang bis zum Wechsel keinen Gegentreffer mehr und legten mit dem 19:8 zur Pause mehr als den Grundstein für den Halbfinal-Einzug.

Alfred Gislason reagierte auf den klaren Zwischenstand, wechselte konsequent durch und brachte neben Andreas Wolff sukzessive auch diejenigen Spieler, die zuletzt in der Liga weniger Anteile bekommen hatten: Spektakulär führte sich Rune Dahmke ein, der mit seinem ersten Ballkontakt einen fantastischen Dreher zum 22:8 und kurz darauf nach weitem Wolff-Pass einen Gegenstoß per Heber zum 27:12 versenkte. Harald Reinkind veredelte eine von Wolffs neun Paraden mit einem wuchtigen Wurf und bediente kurz darauf Pekeler zum 25:10. Wenig später spielte Gisli Kristjansson, junger Isländer in Reihen des THW Kiel, Rechtsaußen Ole Rahmel mit einem Traumpass frei und traf später selbst zum 29:16 (51.). Marko Vujin jagte eine 102-km/h-Fackel in den Winkel - das letzte THW-Tor vor zwei Treffern der Melsunger zum Endstand von 31:19 erlebten die Fans längst im Stehen: Auch wenn die Situation zu Beginn des Spiels keine schöne war, so würdigten sie doch eine starke Leistung der Zebras mit Ovationen und Gesängen. Der THW Kiel steht im "REWE Final Four"!

Die weiteren Viertelfinal-Partien des DHB-Pokals werden erst im Dezember ausgespielt: Die Füchse Berlin treffen auf die Rhein-Neckar Löwen (18.12., 18 Uhr), die TSV Hannover-Burgdorf empfängt den HC Erlangen (18.12., 19 Uhr), und der SC Magdeburg misst am 19. Dezember (19 Uhr) mit Frisch Auf! Göppingen die Kräfte. Die Halbfinal-Auslosung für das "REWE Final Four" findet voraussichtlich Anfang Januar statt. Erst dann wird klar sein, welches Ticketkontingent dem THW Kiel für das Finalturnier am 6. und 7. April 2019 von der DKB Handball-Bundesliga zur Verfügung gestellt wird. Im Januar wird der THW Kiel dann über das Ticket-Prozedere informieren.


DHB-Pokal, Viertelfinale, 27.11.18: THW Kiel - MT Melsungen: 31:19 (19:8)

THW Kiel: N. Landin (1.-30., 13 Paraden), Wolff (31.-60., 9/1 Paraden); Duvnjak, Reinkind (1), M. Landin (2), Kristjansson (1), Weinhold (3), Wiencek, Ekberg (7/1), Rahmel (2), Dahmke (3), Zarabec, Vujin (2), Bilyk (1), Pekeler (4), Nilsson (5); Trainer: Gislason

MT Melsungen: Sjöstrand (9.-30., 45.-60., 6 Paraden), Simic (1.-9., 31.-45., 2/1 Paraden); Maric (1), Lemke (1), Reichmann (5), Ignatow (1), Kunkel, Mikkelsen (4), Danner (2), P. Müller (1), Allendorf, Birkefeldt (3), Pavlovic; Trainer: Grimm

Schiedsrichter: Peter Behrens / Marc Fasthoff
Zeitstrafen: THW: 0 / MT: 0
Siebenmeter: THW: 2/1 (Simic hält Ekberg, der den Nachwurf verwandelt (40.)) / MT: 1/0 (Wolff hält Mikkelsen (55.))
Spielfilm: 0:1, 3:1 (4.), 3:2, 6:2 (7.), 7:4, 9:4 (12.), 10:6, 13:6 (18.), 15:8 (23.), 19:8; 22:8 (34.), 24:10 (37.), 25:12, 27:12 (41.), 27:14 (43.), 28:16, 30:16 (52.), 31:17 (54.), 31:19.
Zuschauer: 6.404 (Sparkassen-Arena, Kiel)

THW-Trainer Alfred Gislason: Das war ein eigenartiges Spiel. Die schwere Verletzung, jetzt die vierte eines Schlüsselspielers, tat mir für Heiko Grimm, die MT Melsungen und natürlich für Domagoj Pavlovic sehr leid. Natürlich freue ich mich, dass wir in Hamburg dabei sind. Aber das Mitleid für Melsungen aufgrund der Verletzung überwiegt. Zum Spiel: Unsere Torhüter haben überragend gehalten, sodass wir uns mit Gegenstößen absetzen konnten. Unsere Mannschaft wollte den vielen, tollen Zuschauern heute etwas bieten und hat sich anständig aus der Affaire gezogen, aber richtige Freude kommt heute noch nicht auf.

MT-Trainer Heiko Grimm: Glückwunsch an den THW zum hochverdienten Sieg. Es ist eine komische Situation, weil das Ergebnis heute zweitrangig war nach den ersten Sekunden des Spiels. Nach der langen Unterbrechung war es schwierig zu spielen, und das Weiterkommen war nach diesem Schock auf einmal nicht mehr relevant. Diese Verletzung tut mir für den Spieler und das ganze Team leid. Aber wir müssen uns jetzt schütteln und nach Lösungen für das Spiel am Donnerstag suchen. Diese werden wir finden, davon bin ich überzeugt.

Viktor Szilagyi:Sportlicher Leiter THW Kiel: Alle haben sich sehr auf dieses K.o.-Spiel gefreut. Und dann passiert diese Katastrophe nach wenigen Sekunden, ein Moment, den man sich nicht wünscht. Emotional war es danach schwierig, aber unsere Mannschaft hat die ersten 15 bis 20 Minuten sehr seriös das Ziel Hamburg verfolgt. Ich denke, ich spreche im Namen aller, die heute in der Halle waren: Wir wünschen Domagoj Pavlovic alles Gute und eine schnelle Genesung!

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Ergebnisdienst Pokal

18.12.2018 18:00
DHB-Pokal, Viertelfinale
  
Füchse Berlin - Rhein-Neckar Löwen I 0 : 0
18.12.2018 19:00
DHB-Pokal, Viertelfinale
  
TSV Hannover-Burgdorf - FA Göppingen 0 : 0
Letzte Aktualisierung: 14.12.2018 08:29:00
Legende: ungespielt laufend gespielt